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Plankostenrechnung

Irgendwann steht jede Genossenschaft vor derselben Frage: „In fünf Jahren muss das Leitungsnetz erneuert werden, das kostet eine halbe Million — welchen Tarif müssen wir heute setzen, damit das Geld dann da ist?" Oder, wenn der Kredit schon läuft: „Bis 2031 soll er getilgt sein — was heißt das für die Gebühren?"

Genau dafür ist die Plankostenrechnung da. Du erfasst dein Finanzierungsziel, und quellstube rechnet aus, wie viel pro Jahr zusätzlich hereinkommen muss — und schlägt drei Tarifpakete vor, mit denen du dieses Ziel erreichst.

Was hier nicht gerechnet wird: Die Plankostenrechnung ermittelt nur den Zusatzbedarf für dein Ziel. Sie geht davon aus, dass dein bestehender Tarif die laufenden Kosten bereits deckt. Sie ist also ein Aufschlag-Rechner, keine vollständige Kostenrechnung.


Wasserverbrauch je Jahr

Auswertungen → Wasserverbrauch

Die Verbrauchsmenge ist die Grundlage jeder Tarifrechnung — ohne sie lässt sich kein m³-Preis kalkulieren. Die Seite zeigt eine Jahresliste mit drei Arten von Zeilen:

  • berechnet — die Summe aller Zählerablesungen einer Abrechnungsperiode. Entsteht automatisch, sobald Ablesungen erfasst sind.
  • manuell — von dir eingetragen, für Jahre ohne Zählerdaten.
  • manuell übersteuert — du hast für ein Jahr mit Ablesungen einen eigenen Wert gesetzt. Die berechnete Summe steht zum Vergleich daneben.

Warum die Summen gespeichert werden

Bei einigen hundert Zählern dauert es spürbar, jedes Mal alle Ablesungen zusammenzuzählen. quellstube speichert die Jahressumme deshalb ab und zeigt an, wann sie zuletzt berechnet wurde. Kommen neue Ablesungen dazu, wird die Zeile als „wird neu berechnet" markiert und beim nächsten Aufruf dieser Seite automatisch aktualisiert. Mit Neu berechnen kannst du das jederzeit selbst anstoßen.

Frühere Jahre nachtragen

Für die Jahre vor der Umstellung auf quellstube gibt es keine Ablesungen in der App — die Zahlen stehen in der alten Excel-Liste oder im Ordner des Kassiers. Über Jahr nachtragen trägst du die Gesamtmenge in m³ ein, und das Jahr erscheint in der Historie und im Dashboard-Diagramm.

Berechnete Werte übersteuern

Auch ein Jahr, für das Ablesungen vorliegen, kannst du mit einem eigenen Wert überschreiben — über das Bearbeiten-Symbol in der Zeile. Sinnvoll ist das zum Beispiel, wenn ein Jahr nur unvollständig erfasst wurde, ein Zähler defekt war und falsch gezählt hat, oder du eine nachträglich bekannt gewordene Korrektur einrechnen willst.

Wie das funktioniert:

  • Dein Wert gilt. Alle Berechnungen — Durchschnitt, Tarifpakete, Dashboard — verwenden ab dann die eingetragene Menge.
  • Die berechnete Summe bleibt sichtbar. Sie steht in der Liste unter deinem Wert, samt Abweichung, und wird im Hintergrund weiter aktualisiert. Kommen später Ablesungen dazu, siehst du das — dein Wert bleibt aber unangetastet.
  • Keine Neuberechnung überschreibt deine Eingabe. Auch Neu berechnen nicht.
  • Jederzeit rücknehmbar. Das Zurück-Symbol hebt die Übersteuerung auf; danach gilt wieder die berechnete Summe. Bei einem Jahr ganz ohne Ablesungen löscht derselbe Knopf die Zeile.

Übersteuerte Jahre sind in der Liste orange als manuell übersteuert gekennzeichnet — damit bei einer späteren Prüfung nachvollziehbar bleibt, welche Zahl aus den Zählern stammt und welche von Hand gesetzt wurde. Nutze das Notizfeld für die Begründung.

Planungsbasis

Rechts steht der Durchschnittsverbrauch, mit dem alle Tarifpakete rechnen — standardmäßig über die letzten drei Jahre. Das Jahr der laufenden Abrechnungsperiode bleibt dabei außen vor, solange noch nicht alle Zähler abgelesen sind; eine halb erfasste Periode würde den Schnitt sonst nach unten ziehen und zu niedrige Gebühren ergeben.

Unter Einstellungen legst du zwei Werte fest:

Einstellung Bedeutung
Musterhaushalt Referenzverbrauch in m³, an dem die Pakete ihre Mehrbelastung zeigen („+38,40 € pro Jahr"). Voreinstellung: 120 m³.
Durchschnitt über … Jahre Wie viele Jahre in den Schnitt eingehen. Voreinstellung: 3.

Finanzierungsziele

Auswertungen → Plankostenrechnung

Ein Ziel hat eine von zwei Arten:

Rücklage ansparen

Für geplante Investitionen. Du gibst den Zielbetrag an, das Zieljahr und optional, was schon angespart ist. Ein Zinssatz ist optional — er verzinst die vorhandene Rücklage mit, wodurch der jährliche Sparbetrag sinkt.

Beispiel: 500.000 € bis 2030, ab 2026, nichts angespart, keine Verzinsung → 100.000 € pro Jahr.

Kredit tilgen

Für laufende Darlehen. Du gibst die Restschuld an, das Jahr, bis zu dem getilgt sein soll, und den Zinssatz. quellstube rechnet daraus die Annuität — den vollen jährlichen Kapitaldienst aus Zins und Tilgung.

Beispiel: 100.000 € Restschuld, 3,5 % Zinsen, 2026 bis 2031 → 18.766,82 € pro Jahr, davon 12.600,92 € Zinsen über die gesamte Laufzeit.

Lässt du den Zinssatz leer oder trägst 0 ein, wird linear getilgt (Restschuld geteilt durch Laufzeit).

Mehrere Ziele gleichzeitig

Läuft ein Kredit und soll parallel angespart werden, addieren sich die Jahresbeträge. Die Übersichtsseite zeigt den Gesamtbedarf je Jahr und den Spitzenbedarf — die Zahl, auf die der Tarif ausgelegt werden muss.


Die drei Tarifpakete

Alle drei Pakete bringen denselben Betrag herein, verteilen ihn aber unterschiedlich:

Paket Verteilung Charakter
Grundgebühr-lastig alles über die Grundgebühr Planbarer Ertrag, unabhängig vom Verbrauch. Belastet sparsame Haushalte relativ stärker.
Ausgewogen halb/halb Kompromiss aus Planbarkeit und Verursachergerechtigkeit.
Verbrauchslastig alles über den m³-Preis Setzt einen Sparanreiz und belastet Großverbraucher stärker. Der Ertrag schwankt aber mit dem Verbrauch — in einem nassen Jahr kommt weniger herein.

Jede Karte zeigt die neue Grundgebühr und den neuen m³-Preis, den Effekt auf den Musterhaushalt (pro Jahr und pro Monat) und den Deckungsgrad.

Warum der Deckungsgrad selten exakt 100 % ist

Die vorgeschlagenen Beträge werden gerundet — niemand beschließt eine Grundgebühr von 93,8341 €. Durch das Runden kommt etwas mehr oder etwas weniger herein als gebraucht, und genau das weist der Deckungsgrad aus. Über Rundung (exakt / 10 Cent / volle Euro) steuerst du, wie glatt die Beträge sein sollen; je gröber gerundet wird, desto größer die Abweichung.

Objekte mit individuellen Gebühren

Hat ein Objekt oder ein Kontakt eine eigene Grundgebühr hinterlegt, gilt für ihn nicht der Tarifwert — ein Aufschlag auf die Tarif-Grundgebühr erreicht ihn also nicht. quellstube berücksichtigt das und rechnet nur mit den Objekten, die ihre Gebühr tatsächlich aus dem Tarif beziehen. Wie viele das sind, steht unter der Rechenbasis.

Kein Paket möglich? Wenn keine Grundgebühr im Tarif steht (oder alle Objekte individuelle Beträge haben), lässt sich das grundgebühr-lastige Paket nicht bilden. Fehlen Verbrauchsdaten, entfällt das verbrauchslastige. Die betroffene Karte weist darauf hin.

Preiselastizität

Ein höherer m³-Preis kann den Verbrauch dämpfen — dann kommt weniger herein als gerechnet. Dieser Effekt ist nicht eingerechnet. Bei größeren Aufschlägen über den Verbrauchspreis lohnt ein Sicherheitspuffer.


Paket beschließen und übernehmen

Dieses Paket wählen vermerkt die Entscheidung am Ziel (Status Beschlossen) — praktisch für die Dokumentation nach der Hauptversammlung. Gerechnet wird weiterhin bei jedem Aufruf neu, ein geänderter Verbrauch schlägt also sofort durch.

Mit dem Import-Symbol daneben übernimmst du das Paket in einen echten Tarif: quellstube öffnet das normale Tarifformular mit vorbefüllten Werten. Du prüfst Name, Gültigkeit und Feinschliff und speicherst selbst — es entsteht kein Tarif im Hintergrund. Danach greift der neue Tarif wie gewohnt im Rechnungslauf.

Dafür brauchst du das Recht Rechnungen / OP. Mit dem Recht Auswertungen allein kannst du planen und Pakete vergleichen, aber keinen Tarif setzen.


Beschlussvorlage

Beschlussvorlage öffnet eine druckfertige Zusammenstellung, PDF lädt sie als Datei. Beide enthalten Ausgangslage, jährlichen Bedarf, alle drei Pakete nebeneinander mit dem Musterhaushalts-Effekt und den Jahresverlauf bis zum Zieljahr — gedacht als Unterlage für die Vorstandssitzung oder die Hauptversammlung.


Häufige Fragen

Warum weicht der Bedarf von meiner eigenen Rechnung ab? Bei Krediten rechnet quellstube mit der Annuität, nicht mit „Restschuld geteilt durch Jahre" — die Zinsen laufen ja weiter. Beim Ansparen wird eine vorhandene Rücklage bis zum Zieljahr mitverzinst und vom Ziel abgezogen.

Der Verlauf endet mit einem kleinen Restbetrag statt bei null. Das ist der Rundungseffekt aus dem Deckungsgrad. Wähle eine feinere Rundung oder plane den Rest ein.

Muss ich Verbrauchsjahre erfassen, wenn ich nur über die Grundgebühr plane? Nein — das grundgebühr-lastige Paket kommt ohne Verbrauchsdaten aus. Für die beiden anderen brauchst du sie.

Ich habe ein Jahr übersteuert und will wieder die berechnete Summe. Das Zurück-Symbol in der Zeile hebt die Übersteuerung auf. Der berechnete Wert war die ganze Zeit im Hintergrund gepflegt und gilt sofort wieder.

Wer darf die Plankostenrechnung sehen? Jeder mit dem Recht Auswertungen. Zum Anlegen eines Tarifs kommt Rechnungen / OP dazu.